Perspektiven · Briefing · Finanzdienstleistung
Fast ein Drittel weniger Kreditinstitute in zehn Jahren
Ende 2024 zählte die Bundesbank 1.368 Kreditinstitute in Deutschland, zehn Jahre zuvor waren es 1.990. Am stärksten schrumpfte der genossenschaftliche Sektor. Für regionale Banken wird die Effizienz der eigenen Abläufe damit zur zentralen Größe, ob sie fusionieren oder eigenständig bleiben.

Auf einen Blick
- Die Zahl der Kreditinstitute sank von 1.990 im Jahr 2014 auf 1.368 Ende 2024, ein Rückgang um knapp ein Drittel.
- Im genossenschaftlichen Sektor gingen 36 Prozent der Institute verloren, im Sparkassensektor 16 Prozent.
- Das Netz der Zweigstellen ist seit 2004 von 45.467 auf 17.870 geschrumpft.
Die Konsolidierung hält an
Die Deutsche Bundesbank zählt jedes Jahr die Kreditinstitute und ihre Zweigstellen. Ihr Bericht für 2024 zeigt eine Konsolidierung, die seit vielen Jahren anhält und sich zuletzt etwas verlangsamt hat. Im Jahresverlauf sank die Gesamtzahl netto um 35 auf 1.368 Institute. 2019 waren es noch 1.717, 2014 noch 1.990.
Gesamtzahl einschließlich der rechtlich unselbständigen Bausparkassen. Bankstellenbericht 2024, S. 2.
20141.990 Kreditinstitute
Ende 20241.368 Kreditinstitute
- Genossenschaftlicher Sektor
- 1.052 im Jahr 2014, 672 Ende 2024
- Sparkassensektor
- 425 im Jahr 2014, 355 Ende 2024
- Kreditbanken
- 391 im Jahr 2014, 238 Ende 2024
- Sonstige Banken
- 103 Ende 2024
Je Linie zehn Institute, der Verlauf zwischen den Jahren ist schematisch. Quelle: Deutsche Bundesbank, Bankstellenbericht 2024, Entwicklung des Bankstellennetzes im Jahr 2024 (öffnet in neuem Fenster)
Den stärksten Rückgang verzeichnet der genossenschaftliche Sektor. Mit 672 Instituten und einem Anteil von 49,1 Prozent bleibt er die größte Gruppe, stellt aber seit 2023 nicht mehr die Mehrheit aller Institute. Der Sparkassensektor zählt 355 Institute, davon 349 Sparkassen und sechs Landesbanken. Bei den Kreditbanken sank die Zahl seit 2014 um fast 40 Prozent auf 238.
Anteile an der Gesamtzahl Ende 2024. Bankstellenbericht 2024, S. 3, 4, 6 und 7.
- Genossenschaftlicher Sektor, 1.052 im Jahr 2014, 672 Ende 2024
- Sparkassensektor, 425 im Jahr 2014, 355 Ende 2024
- Kreditbanken, 391 im Jahr 2014, 238 Ende 2024
Fusionen prägen das Bild
2024 verzeichnete die Bundesbank 45 Abgänge, 33 davon beruhten auf Fusionen. Insolvenzen gab es keine. Im Sparkassensektor gingen 2024 fünf Institute durch Fusionen ab, nach acht im Jahr 2023 und neun im Jahr 2022.
Bankstellenbericht 2024, S. 4 und 6.
Das Filialnetz wird kleiner
Zum Jahresende 2024 gab es in Deutschland 17.870 Zweigstellen. Vor zwanzig Jahren waren es 45.467. Sparkassen und Landesbanken schlossen 2024 178 Filialen und unterhalten noch 6.926 Zweigstellen. Im genossenschaftlichen Sektor wurden 186 Filialen abgebaut, es bleiben 6.402. Auch die Zahl der Geldausgabeautomaten sinkt, von 55.136 Ende 2021 auf 49.752 Ende 2024.
Zweigstellen mit Personal nach § 24 KWG; Automaten nach der Zahlungsverkehrsstatistik. Bankstellenbericht 2024, S. 8 bis 10.
Zweigstellen mit Personal, jeweils zum Jahresende. Quelle: Deutsche Bundesbank, Bankstellenbericht 2024, Entwicklung des Bankstellennetzes im Jahr 2024 (öffnet in neuem Fenster)
Was das für die Führung bedeutet
Eine Fusion verändert die Größe eines Instituts. Die Abläufe darin werden dadurch allein noch nicht schlanker, und die Aufgaben der Mitarbeitenden bleiben dieselben.
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